Unterwegs in Schottland – Teil 1

Seit knapp zwei Wochen sind wir nun zurück von unserer knapp zweiwöchigen Schottlandtour mit unserem neuen VW- California. Nun ist es an der Zeit euch einige Tipps für kommende Schottlandurlaube mitzugeben und meine besten Schottland-Food-Erinnerungen mit euch zu teilen. Auch wenn Schottland kulinarisch gesehen nicht zu meinen Lieblingszielen zählt. Das Essen ist oft sehr fettig, es gibt viel „Fish and Chips“ und „Burger“ und man ist froh, wenn man endlich etwas anderes gefunden hat. Schottland ist jedoch auf jeden Fall eine Reise wert, die Landschaften sind atemberaubend und es gibt eine Menge zu sehen.

 

  • Haggis zum Frühstück

Haggis ist eine der Hauptspezialitäten aus Schottland. Es handelt sich dabei um einen Schafsmagen der mit kleingeschnittenem Herz, Leber, Lunge und Nierenfett vom Schaf, sowie mit Zwiebeln und Hafermehl gefüllt wird. Ich muss zugeben das hört sich alles nicht sehr lecker an und das Rezept ist laut dem schottischen Kochbuchautor Paul Harris „nichts für schwache Nerven“, aber dennoch sollte man sich ran trauen. Der Geschmack erinnert einen an eine grobe Leberwurst, wobei der Hafer für eine krümelige Konsistenz sorgt. Haggis wird meist als Ganzes erst am Tisch aufgeschnitten und zusammen mit Steckrüben und Kartoffeln (Neeps and Tatties) serviert. Leider habe ich auf meiner Reise dieses Gericht nie als Hauptspeise probiert, sondern nur in einem Bed & Breakfast zum schottischen Frühstück und ich muss sagen, dass es sogar ziemlich lecker war.

Schottisches Frühstück gibt es in vielen Bed & Breakfasts, am besten hat es uns im Abertay Guest House in Dundee geschmeckt.

 

  • Das beste Eis in St. Andrews

Das beste Eis haben wir zufälligerweise in St. Andrews, dem Mekka des Golfsports, gefunden. Als wir in der Stadt an der Ostküste ankamen, haben wir einen Eisladen mit einer Menschenschlange von knapp 10 Metern vor dem Laden gesehen. Hier muss es wohl das beste Eis der Region geben. Nach dem Besuch der St. Andrews Cathedral und einem kleinen Spaziergang durch die Stadt ging es zurück zu Jeannettas Gelateria.

Die Schlange war mittlerweile nicht kürzer geworden und so stellten wir uns geduldig an, was sich aufgrund der Unmengen an Wespen als wahre Mutprobe erwies. Das ganze Warten lohnte sich jedoch. In dem seit 4 Generationen betriebenen Eiscafé gibt es wohl wirklich das beste Eis der Region. Aber nicht nur deshalb ist St. Andrews auf jeden Fall einen Besuch wert.

 

  • The House of Bruar – Feinkosttempel

Das House of Bruar ist ein Shoppingparadies, in dem es neben Kleidung, Deko und Haushaltsartikeln auch einen Feinkostladen gibt, der das Herz eines jeden Foodies schneller schlagen lässt.

Hier findet man in einem tollen Ambiente von Spirituosen über Süssigkeiten bis zu Herzhaftem alles was Schottland zu bieten hat. Zudem gibt es noch ein Restaurant, welches wir leider nicht ausprobierten. Die „Fish and Chips“ die es vor dem Kaufhaus gab sind jedoch nicht zu empfehlen.

 

  • Die besten Cocktails in Inverness

Inverness, die Hauptstadt der Highlands, ist sehr touristisch, aber dennoch sollte man hier einen Abstecher einplanen und einen Spaziergang entlang des Flusses und bis zum Schloss machen. Im Zentrum der Stadt gibt es zudem zahlreiche Shoppingmöglichkeiten und Restaurants. Da wir mit dem Hund unterwegs waren landeten wir im Scotch&Rye , einem der wenigen Restaurants, die in Inverness Hunde erlauben. Es gab sehr leckere Burger, u.a. einen tollen vegetarischen Hallumi Burger und aussergewöhnliche Cocktails. Hier habe ich zum ersten Mal einen Cotton Candy (Zuckerwatte) Cocktail probiert. Die Zuckerwatte wird dabei in einem Glas serviert und der Cocktail anschließend darüber gegossen. Die Zuckerwatte schmilzt dabei, was für einen tollen Effekt sorgt.

Probiert doch mal solche Cocktails zu Hause aus. Einfach den Zucker aus dem Grundrezept durch Zuckerwatte ersetzen und ein bisschen rumexperimentieren. Garantiert der Knaller auf jeder Party. Zuckerwatte bekommt ihr im Moment übrigens haufenweise auf der „Schueberfouer“.

Für alle Geocaching-Fans: Hier haben wir auch den besten Cache unserer Schottlandreise gemacht. Ness Bridge

Dies war der erste Teil meiner Foodie-Erlebnisse. Im zweiten Teil gibt es u.a. Austern, Whisky und schottischen Karmellkuchen.

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Kochkurs bei Terra – Teil 2

Hier findet ihr nun endlich den 2. Teil der Rezepte des tollen Kochkurses bei Terra. Den 1. Teil gibt es hier.

Kalte Fenchelsuppe mit Zitronen-Confit und Matcha-Tee

Diese Suppe passt perfekt zu heißen Sommertagen und schmeckt einfach köstlich. Das Zitronen-Confit (Salzzitronen) kann man einfach selbst machen, indem man geviertelte Zitronen für etwa 3-4 Wochen in einem geschlossenen Glas mit grobem Meersalz schichtet und gut festdrückt.

Zutaten:

  • 6 Fenchelknollen
  • 1 Zwiebel
  • 50 g Butter
  • 2 Knoblauchzehen
  • 100 ml Sahne
  • 2 l Gemüsebrühe
  • 1 Salzzitrone
  • Salz, Pfeffer, Kardamompulver
  • Matcha-Tee

Zubereitung:

  1.  Man benötigt später nur die Schale der Salzzitronen. Diese muss erst in Wasser entsalzt werden.
  2. Die Fenchelknollen (das Grün zum Anrichten behalten) und die Zwiebel putzen und grob schneiden.
  3. Beides dann im heißem Butter kurz anbraten (jedoch ohne Verfärbung).
  4. Mit Gemüsebrühe ablöschen, mit Salz und Pfeffer würzen und den Knoblauch hinzugeben.
  5. Etwa 1 Stunde köcheln lassen, dann pürieren und passieren.
  6. Die Sahne hinzugeben und mit Salz, Pfeffer und Kardamom abschmecken.
  7. Die Suppe kaltstellen.
  8. Zum Anrichten die Suppe in Suppenteller geben und mit Salzzitronenlamellen, Fenchelgrün und einer Prise Matcha-Tee garnieren.

Frühkartoffeln mit Dotterfüllung

Diese Kartoffeln sind ein Hingucker auf jedem Esstisch und sehr leicht zu machen. Einfach die Kartoffeln waschen und bürsten, dann in kaltes Wasser mit Kräutern (Rosmarin, Lorbeer) geben und aufkochen bis sie gar sind.

Die Kartoffelenden an beiden Seiten abschneiden. Eine Seite mit einem Löffel aushöhlen, so dass genau ein Eidotter Platz hat. Dann ein Eidotter in das Loch geben und bei 180° 1 Minute im Ofen garen.

Serviert werden sie mit Schnittlachsahne (Schnittlauch und Sahne mixen), Sommertrüffeln und gerösteten Baguettestreifen.

Knollensellerie in Salzkruste

Der Sellerie wird bei diesem Rezept im Salzmantel gebacken. Der Geschmack des Selleries ist nachher wunderbar erdig und unvergleichbar. Ihr solltet es unbedingt mal ausprobieren.

Ihr braucht für 3 Knollen etwa 3 kg grobes graues Meersalz. Der Sellerie wird nicht geschält, sondern nur gewaschen und mit einer Büste gut geputzt. Anschließend muss er getrocknet werden. Dann nehmt ihr eine Form und bestreut den Boden mit Salz. Die Knollen legt ihr nun darauf und bedeckt sie dann komplett mit dem restlichen Salz. Dann kommen sie für etwa 1,5 Stunden bei 200° in den Ofen. Danach etwa eine Stunde abkühlen lassen.

Zum Anrichten das Fruchtfleisch mit einem Löffel herausnehmen und mit etwas Butter, Pfeffer und einer Balsamico-Reduktion servieren.

Auch Rote Beete kann auf dieselbe Art und Weise gegart werden.

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Kulinarisch unterwegs auf der Springbreak 2018

Letztes Wochenende fand in den Hallen der Luxexpo die Springbreak 2018 statt. Die Messe, die einst als „Fréijoersfoire“ (Frühlingsmesse) bekannt war, hat seit letztem Jahr nicht nur einen neuen Namen, sondern auch ein leicht verändertes Konzept.

Für jeden Foodblogger und Kochbegeisterten ist die Messe dieses Jahr jedoch ein besonderes Erlebnis gewesen. Neben den üblichen interessanten Messeangeboten von Produzenten und Händlern von Wein und andern lokalen sowie internationalen Lebensmitteln, ist vor allem das Angebot an Workshops in der Springkichten hervorzuheben. So wurden,  verteilt auf die 5 Tage, in der Springkitchen nicht weniger als 24 Workshops mit vielen bekannten Köchen zu unterschiedlichen Themen angeboten. Im Urban Food Village wurden die neusten Streetfoodtrends aus den Küchen der Welt angeboten. Mein persönliches Highlight der Messe war jedoch die Kochshow vom Sternekoch Frank Rosin, der am ersten Messetag gleich zwei sehr sympathische Auftritte hatte. Frank Rosin unterhielt sein Publikum mit zahlreichen Anekdoten und teilte auch einige Küchentipps und -tricks mit den begeisterten Zuschauern. Ganz nebenbei präparierte er auch noch herrliche Dumplings, welche vom Publikum gekostet werden konnten. Er antwortete geduldig auf alle Fragen und hatte nach der Show auch noch sehr viel Zeit für Selfies und Autogramme.

Nun meine Eindrücke von den 3 Workshops, an denen ich teilgenommen habe.

Am ersten Tag zauberte der Koch Ernesto Prosperi aus dem Restaurant Baron in Osweiler herzhafte Antipasti. Obwohl ich eigentlich dachte, dass wir als Teilnehmer selbst kochen könnten, war es dennoch eine großartige Erfahrung. Ernesto hatte sehr viele nützliche Tipps und konnte uns viele Anregungen geben. Mit Witz und Charme erklärte er alle Arbeitsschritte sehr genau und gab dem Publikum alle Kreationen zu kosten.

Hier findet ihr die zubereiteten Antipasti mit einigen Erklärungen:

Thunfisch-Tatar

Für das Tatar den Thunfisch würfeln. Zwiebeln, etwas Knoblauch, Kapern, Olivenöl, Balsamicoessig, Zitronensaft, weißen Pfeffer und Salz hinzugeben und vermischen.

 

gebratener Tintenfisch

Zuerst den Tintenfisch kochen. Damit er die perfekte Konsistenz bekommt, sollte man wie folgt vorgehen: Den ganzen Tintenfisch in kaltes, gesalzenes Wasser geben. 1 Minute aufkochen lassen, dann wieder vom Herd nehmen und im Wasser abkühlen lassen.

Für die Antipasti den gekochten Tintenfisch putzen und in Stücke schneiden. In Olivenöl von beiden Seiten braten. Mit Knoblauch, Salz und Chili würzen.

Thunfischtoast mit Sauerrahm und Kaviar

Der Toast ist superschnell gemacht und hat uns alle begeistert. Einfach frisches Thunfischfilet in dünne Scheiben schneiden, auf ein getoastetes Brot geben, mit Sauerrahm oder Schmand und anschließend mit Kaviar bestreichen.

Gemüseantipasti

Gemüse (z.B. Paprika, Zucchini, Pilze) schneiden und einzeln in Olivenöl bissfest braten. Erst am Ende der Bratzeit mit Salz, Chili, Rosmarin und Knoblauchpulver würzen und vermischen.

 

Rinderfilet-Tatar

Ernesto schneidet sein Tatar immer von Hand. So bleibt die Struktur des Fleisches erhalten und das Fleisch bleibt saftiger. Es war tatsächlich sehr lecker. Olivenöl, Balsamicoessig, Zitronensaft, Rosmarin, Salz und Pfeffer runden das Gericht ab.

Wer möchte kann auch noch Kapern und Zwiebeln hinzugeben, wobei dies absolut nicht nötig ist und den Fleischgeschmack eventuell zu viel überdeckt.

Cremige Polenta mit Salsiccia

Die meisten kennen vor allem die gebratenen Polentataler. Die cremige Polenta ist jedoch zumindest genau so gut, wenn nicht besser, vor allem wenn man sie mit Parmesan verfeinert. Damit die Polenta besonders cremig wird sollte man sie mit 15% Sahne kochen. Die Sahne sollte keine höhere Fettstufe haben, da ansonsten das Fett nach oben aufsteigt. Wenn die Polenta weich ist, wird sie mit Butter und viel geriebenem Parmesan verfeinert und mit Salz abgeschmeckt.

Das Rezept für die selbstgemachte Salsiccia hat Ernesto uns leider nicht verraten😊

Mein zweiter Workshop wurde von Sandrine Pingeon geleitet. Dieser war im Gegensatz zum ersten, ein wortwörtlicher „Workshop“. Hier wurde selbst Hand angepackt und jeder Teilnehmer konnte sich einen eigenen kleinen Kräutergarten pflanzen. Sandrine erklärte uns die verschiedenen Kräuter und stellte ihren Betrieb „Les paniers de Sandrine“ vor. Auf 4 ha baut Sandrine zusammen mit 9 Arbeitern zahlreiche Obst- und Gemüsesorten an, unter anderem alleine 30 verschiedene Tomaten- und 20 unterschiedliche Karottensorten. Aktuell beschäftigt sie sich zunehmend mit dem Thema Aquaponik, einer geschlossenen Kreislaufanlage zur Fischproduktion und Gemüse- und Kräuterzucht.

Wer die angeblich besten Tomaten der Welt einmal probieren will, kann “„Les paniers de Sandrine“ dienstags oder freitags zwischen 15.00 und 19.00 in Munsbach besuchen und dort seine Einkäufe tätigen. Zudem hat man die Möglichkeit einen Gemüsekorb zu abonnieren. Alles Infos findet ihr hier http://www.lespaniersdesandrine.lu/

Leider besuchte ich am Samstag schon meinen letzten Workshop. Der Koch Carlo Sauber gab uns eine Einführung in das Thema „Fermentation“. Durch Fermentierung, können zahlreiche Gemüsesortern wie zum Beispiel Kohl, Karotten, Rüben…haltbar gemacht werden. Zudem sind fermentiere Lebensmittel auch sehr gesund. Dabei ist das Fermentieren gar nicht schwer, man muss lediglich aufpassen, dass das eingelegte Gemüse komplett mit Salzwasser bedeckt ist, damit es nicht schimmelt.

Durch die Einführung habe ich auf jeden Fall Lust bekommen so einiges in meiner Küche auszuprobieren und hoffe, dass ich euch demnächst mehr davon auf meinem Blog erzählen kann. Bis dahin, könnt ihr euch über 2 ausgewählte Blogs weiter zum Thema informieren:

https://nicrunicuit.com/ (ein auf Fermentation spezialisierter Blog auf Französisch)                                        https://www.wildefermente.de/ (ein toller Blog mit passender Facebook-Austauschgruppe https://www.facebook.com/groups/wildefermente/)

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Cactus Kachatelier by Miele

Gestern habe ich zusammen mit einigen anderen Bloggern einen tollen Abend im „Cactus Kachatelier by Miele“ verbringen dürfen. Unter der Leitung eines professionellen Kochs wurde ein herrliches 3-Gängemenü gezaubert.

Los ging es mit knusprigen Rollen gefüllt mit Mangold und „Beaufort“ Käse.

Als Hauptspeise gab es Entenfilet aus dem Dampfgarer „sous-vide“ gegart auf cremigem Polenta mit getrockneten Tomaten.

Abgerundet wurde das Menü mit einem Ananas-Carpaccio auf Blätterteig und Limetten-Espuma.

Der Abend hat richtig Spaß gemacht und ich habe einige neue Ideen für zukünftige Rezepte bekommen. Falls auch ihr einmal an einem Kochkurs teilnehmen wollt, findet ihr hier die nächsten Veranstaltungen. Denkt daran euch zügig anzumelden, da die Kurse meist schnell ausgebucht sind.

Vielen Dank an Cactus und und Miele für den wundervollen kulinarischen Abend.

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Meine erste Pilzwanderung

Am Samstag habe ich an meiner ersten Pilzwanderung teilgenommen, welche  von den „Lëtzebuerger Guiden a Scouten“, genauer gesagt von ihrer „Native Village“ Gruppe, organisiert wurde. Knapp 20 Teilnehmer haben sich am Morgen in Neuhäusgen zusammengefunden und haben zusammen mit Christoph Postler (u.a. Pilz-Sachverständiger und Naturerlebnispädagoge) einen tollen Tag verbracht.

Zuerst haben wir einige Informationen zum Thema Pilze, sowie Ratschläge zum Pilzesammeln bekommen. Anschließend haben wir selbst Pilze gesammelt und mit Christoph bestimmt. Schnell haben wir erfahren, dass noch längst nicht alles essbar isst. Dennoch konnten wir genug essbare Pilze finden, welche wir später zu einem hervorragenden Mittagsmahl zubereiteten.

 

Wir haben an dem Tag sehr viele Informationen bekommen und wir konnten ganz klar nicht alles behalten. Auch Christoph war sich dem bewusst und hat uns geraten, uns etwa 4 Pilze genauer zu merken und dieses Wissen bei weiteren Pilzwanderungen zu vertiefen und zu erweitern.

Diesem Rat will ich nun folgen und hier meine wichtigsten Erkenntnisse dieses Tages mit euch teilen:

Im Wald findet man nicht nur essbare Pilze, sondern ein großer Teil der Pilze ist ungenießbar oder sogar giftig. Daher sollte man Pilze vor dem Essen einem Pilz-Sachverständigen zeigen und niemals etwas essen von dem man sich nicht 100% sicher ist.

Nun erstmals ein paar Begriffsklärungen:

Es gibt einen Unterschied zwischen ungenießbar und giftig. Wenn ein Pilz als ungenießbar eingestuft wird, schmeckt er einfach nicht, d.h. er ist bitter oder scharf, er ist jedoch nicht giftig. Giftige Pilze hingegen soll man auf keinen Fall essen, da ihr Verzehr tödlich enden kann.

Pilz ist nicht gleich Champignon! Während im Luxemburgischen und Französischen der Begriff Champignon als Oberbegriff benutzt wird und alle Pilzgattungen einschließt, wird  im Deutschen der Begriff Pilze als Oberbegriff verwendet. Die Champignons sind hier nur eine von vielen Pilzgattungen. Zu den Champignons gehören zum Beispiel die Wiesenchampignons.

Was das Sammeln angeht sollte man die Pilze stets locker in einem luftdurchlässigen Korb tragen. In Tüten können sie gequetscht werden und verderben. Man kann die Pilze abschneiden oder auch rausdrehen, wenn man den Fuß des Pilzes zum korrekten Bestimmen braucht.

Und hier noch einige interessante und teils lustige Fakten, bevor ich euch ein paar Pilze im Detail vorstelle und die Rezepte verrate:

– Wusstet ihr, dass es Pilze gibt, die nur in Verbindung mit Alkohol giftig sind? So zum Beispiel der graue Faltentintling.

– Wusstet ihr, dass Schnecken auch auf Giftpilzen zu finden sind? Sie können keine Leberschädigung bekommen, da sie keine Leber haben. Auch Wildschweine und andere Tiere können an Pilzen knabbern, ohne dass sie vergiftet werden. Fraßstellen sind also niemals ein Beweis dafür, dass die Pilze auch für den Menschen essbar sind.

– Wusstet ihr, dass der Hallimasch von etwa jedem 7. im gegarten Zustand doch nicht vertragen wird und es zu Übelkeit und Durchfall kommen kann? Also 1, 2, 3, 4, 5, 6, wer ist der 7.?;) Roh ist er übrigens immer giftig.

Und nun meine Top 6; die Pilze, die ich mir auf jeden Fall merken will.

  •  Saitenstieliger Knoblauchschwindling

Der Saitenstielige Knoblauchschwindling wird  aufgrund seines starken und aufdringlichen Knoblauchgeschmacks als ungenießbar eingestuft. Zudem verursacht er in großen Mengen Magen-Darm Probleme.  In Pilzgerichten kann man ihn aber als Würzpilz nehmen, jedoch nicht zu viel, etwa 1 Hut pro 1 kg Pilze.

 

  • Parasol

Der Parasol gehört zu den Riesenschirmlingen. Ein gutes Unterscheidungsmerkmal ist der genatterte Stiel. Zu verwechseln ist er mit dem Safranschirmling, welcher keinen genatterten Stiel hat und bei Verletzung rot wird. Der Parasol wird oft als Schnitzel zubereitet.

Foto: Safranschirmling (links) und Parasol (rechts)

  •  Maronenröhrling

 

Der Maronenröhrling soll einfach zu bestimmen sein. Seine Röhren sind unten grünlich und werden auf Druck blau. Der Maronenröhrling ist ein hervorragender Speisepilz, wobei man ihn laut Internetrecherchen aufgrund seiner teils hohen Cäsiumwerte (nach Tschernobyl) nicht in großen Mengen essen soll.

Foto: Maronenröhrling mit blauen Fingerabrücken durch Druck

 

  • Steinpilz

Ein weiterer Röhrling ist der Steinpilz, dieser blaut jedoch nicht auf Druck. Im jungen Zustand ist er von dem stark bitteren Gallenröhrling kaum zu unterscheiden. Hier muss man also den Geschmackstest machen: Einfach mit der Zunge probieren ob er bitter ist.

 

  • Flaschenstäubling

Der Flaschenstäublig, auch Flaschenbovist ist ein hervorragender Speisepilz. Er muss beim Durchschneiden noch weiß sein. Ältere Pilze hinterlassen beim Zerdrücken eine Staubwolke in denen die Sporen enthalten sind (Foto rechts).

 

  • Anis-Champignons

Der Anischampignon hat einen leichten Anisgeruch und ist auch essbar. Bei den Champignons gibt es nur einen giftigen, den Karbol-Champignon, welcher jedoch nach Phenol (Krankenhaus) riecht.

 

 

Dies war nur ein kurzer Überblick über einen Teil der Pilze, die wir kennengelernt haben. Bitte verlasst euch nicht ausschließlich auf (meine) Erklärungen und Fotos , sondern zieht beim Bestimmen immer einen Pilz-Sachverständigen zu Rate.

Das Haus der Natur bietet im Herbst jeden Samstag Pilzberatungen an. Weitere Infos findet ihr unter http://mycology.lu/

Und hier noch schnell die Rezepte:

Bevor ihr die Pilze verwenden könnt, solltet ihr sie mit einem Pinsel putzen. Für diesen Zweck gibt es zum Beispiel Pilzmesser mit integriertem Pinsel. Pilze solltet ihr nicht waschen, da sie das Wasser aufsaugen und nachher wässerig schmecken. Dann solltet ihr die Pilze längs teilen und schauen ob keine Maden im Pilz sind. Befallene Stellen sollten großzügig entfernt werden. Manchmal ist der Pilz jedoch so stark befallen, dass man ihn nicht mehr essen kann (Foto links).

  • Nudeln mit Pilz-Sahnesoße

 

Die Nudeln kochen. In einer Pfanne Zwiebeln und Speck anbraten. Die Pilze hinzugeben und mitbraten. Danach Sahne hinzugeben und mit Gewürzen abschmecken. Pilze sollen immer 15-20 Minuten ziehen damit sie besser verträglich sind.

 

 

  • Steinpilzbutter

 

In einer Pfanne Zwiebeln mit etwas Öl anbraten. Die Steinpilze hinzugeben. Gewürze (Salz, Pfeffer, Kräuter) hinzugeben und etwa 15 Minuten schmoren lassen. Die Steinpilze zu der weichen Butter geben und gut vermischen. Die Butter wieder kühlen und anschließend mit Brot servieren.

 

Falls ihr euch noch näher mit Pilzen beschäftigen wollt, kann ich euch folgende Bücher empfehlen:

Lüder, Rita: Grundkurs Pilzbestimmung (Quelle und Meyer Verlag)

Bon, Marcel: Pareys Buch der Pilze (Kosmos Verlag)

Und allen, die die Pilze nachher noch verarbeiten wollen, sei es sie zu essen oder auch aus ihnen Farbe oder Tinte zu machen, kann ich dieses wunderschöne Werk empfehlen:

Lüder, Rita und Frank: Pilze zum Genießen: Das Familien-Pilzbuch für Küche, Kreativität und Kinder (Kreativpinsel)

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ö! Transition Magazin – Beitrag Pilzzuchtseminar

In der neusten Ausgabe des Transition Magazins ö! könnt ihr einen Beitrag von mir über ein Pilzzuchtseminar lesen (S. 15-16).

In den nächsten Wochen werde ich hier in meinem Blog weiter über meine Pilzzucht berichten und euch auch Rezepte vorstellen.

Link zur Zeitschrift: http://cell.lu/cell-wp/wp-content/uploads/2016/05/oe-Magazine15May-2016.pdf

Direkter Download: ö Mai 2016

 

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